Mittwoch, 14. Dezember 2011

NTT Telco-Betrug / Pressemitteilung der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale warnt vor NTT Telco:
Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
12.12.2011
Zahlungsaufforderungen von NTT Telco Inkasso werden immer unverschämter
Verbraucherzentrale bietet Musterbrief
Mit massiven Einschüchterungen verunsichert derzeit das Inkassounternehmen NTT Telco aus Wiesbaden Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Firma versucht am Telefon und per Post, vermeintliche Teilnehmer an zwielichtigen Gewinnspieleintragsdiensten wie Winfinder oder Windienst zur Zahlung von Beträgen zwischen 99 und 178 Euro zu bewegen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät den angeblich säumigen Kunden, den Betrag auf keinen Fall zu zahlen, wenn sie keinen Vertrag mit den dahinterstehenden Unternehmen geschlossen haben. Die Forderung sollte vorsorglich schriftlich zurückgewiesen werden. Ein Musterbrief der Verbraucherzentrale bietet Hilfestellung.

Verbraucher berichteten, dass schon Tage vor dem Eingang des Schreibens per Telefon in automatischen Bandansagen ein "Brief mit wichtigen Geldangelegenheiten" angekündigt wurde. Angerufene, die nicht reagiert haben, werden nun erneut in langen Bandansagen beschimpft, endlich ihre Schulden zu bezahlen. Ihnen wird gedroht, dass man doch eine schöne Weihnachtszeit und nichts mit einem Gerichtsvollzieher zu tun haben wolle. "Der Telefonterror der Inkassofirma wird immer unverschämter", stellt Christian Gollner, Rechtsexperte der Verbraucherzentrale fest.

In den Schreiben, die von einem "Ivan Milosevic" unterzeichnet sind, wird behauptet, die Empfänger schuldeten den Betreiberfirmen der Gewinnspieleintragsdienste einen Betrag in meist dreistelliger Höhe. Angeblich bestünde ein kostenpflichtiger Vertrag über die Zahlung von 9,90 Euro pro Woche für eine "Leistung", die in dem Anschreiben jedoch nicht näher beschrieben wird.

Diese Dienste hätten ihre Ansprüche, die sich in den vorliegenden Fällen auf angebliche Vereinbarungen zwischen September 2010 bis Februar 2011 beziehen, an NTT Telco Inkasso abgetreten. Die aufgelaufene Summe solle innerhalb einer meist nur wenige Tage umfassenden Frist überwiesen werden. Ansonsten warteten auf den Empfänger der dubiosen Post "weitere Kosten und Unannehmlichkeiten". Bei pünktlicher Zahlung sei "der gesamte Vertrag erledigt", und es würden keine weiteren Forderungen gestellt. Betroffene berichten, dass die schriftliche Geldeintreibung durch belästigende Anrufe noch verstärkt werde. Wer sich hierdurch bedroht fühlt, kann Strafanzeige erstatten.

"Wer sicher ist, dass er einem Vertragsangebot zur Teilnahme an diesen Gewinnspielen – weder mündlich noch schriftlich – zugestimmt hat, sollte die Forderung des vermeintlichen Inkasso-Unternehmens mit Hilfe des Musterbriefs der Verbraucherzentrale schriftlich zurückweisen", so die Empfehlung von Gollner. Außerdem ist es ratsam, von NTT Telco einen Nachweis darüber zu fordern, wie der angebliche Vertrag eigentlich zustande gekommen sein soll. Allerdings erhält die Verbraucherzentrale derzeit Hinweise von Betroffenen, dass Widerspruchsschreiben an NTT Telco wieder zurückgekommen seien mit dem Vermerk ‚Annahme verweigert’. Rechtsexperte Gollner rät Betroffenen, in solchen Fällen die Forderung des vermeintlichen Inkasso-Unternehmens per Telefax zurückzuweisen.

Die Verbraucherzentralen warnen seit mehr als einem Jahr vor windigen Methoden derartiger Gewinneintragungsdienste. Bereits im vergangenen Jahr versuchte die Firma telomax im großen Stil, Forderungen für diese Gewinnspieleintragsdienste über die jeweiligen Telefonrechnungen der Betroffenen einzuziehen. Die Bundesnetzagentur hat im Dezember 2010 der telomax GmbH verboten, Forderungen über die Telefonrechnung einzuziehen. Daher versucht man jetzt wohl auf anderem Weg sein Glück.
VZ-RLP
Quelle: Verbraucherzentrale

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