Dienstag, 22. Februar 2011

Telekom erwirkt Einstweilige Verfügung gegen Telomax GmbH

Telekom: Einstweilige Verfügung gegen telomax

Zahlreiche Verbraucher haben sich in den vergangenen Monaten sowohl bei der Bundesnetzagentur als auch bei der Deutschen Telekom über die Geschäftspraktiken des Frankfurter Verbindungsnetzbetreibers telomax beschwert. Mitte Februar hatte die Bundesnetzagentur telomax abgestraft und quasi den Geldhahn zugedreht.
Dem Unternehmen wurde rückwirkend zum 23. Dezember des vergangenen Jahres die Abrechnung von Gewinnspieleintragsdiensten für Drittfirmen verboten.

Nun geht auch die Telekom gegen das Unternehmen vor: Der Bonner Konzern hat beim Landgericht Bonn eine einstweilige Verfügung gegen den nach ihren Angaben "zweifelhaften Anbieter" erwirkt. Die Telekom kündigt zudem den Abrechnungsvertrag, der die Fakturierung und das Inkasso für telomax regelt. Damit werden keine weiteren Forderungen mehr über die Telekom-Telefonrechnung abgerechnet.

Telekom kündigt Abrechnungsvertrag fristlos

Telekom-Kunden hatten Forderungen von telomax auf ihrer Telefonrechnung nicht nachvollziehen können. Inzwischen hätten Kunden zudem eidesstattlich versichert, dass sie keinen Vertrag mit telomax abgeschlossen haben.

Auf der Grundlage der einstweiligen Verfügung gegen telomax hat die Telekom schließlich die fristlose Kündigung des Abrechnungsvertrags bekanntgegeben. Dem Frankfurter Unternehmen steht es aber noch frei, Rechtmittel gegen die Verfügung einzulegen.

Der Anbieter sei sehr kreativ gewesen: Ein bereits im Dezember von der Bundesnetzagentur für bestimmte Leistungen von telomax auferlegtes Abrechnungsverbot konnte der Anbieter umgehen. Die Artikelleistungsnummern seien einfach geändert und die gleichen Leistungen weiterhin berechnet worden.
Telekom setzt sich auch im Mobilfunk für mehr Verbraucherschutz ein

Obwohl die Telekom laut Telekommunikationsgesetz verpflichtet ist, auch die Leistungen Dritter über ihre Telefonrechnungen abzurechnen, ist für Jan Niek van Damme, Deutschland-Chef der Telekom, eine Grenze erreicht: "Wir dulden aber keine Geschäftsmodelle, bei denen sich Kunden über unsere Rechnung betrogen fühlen". Bereits im vergangenen Jahr sei telomax abgemahnt worden.

Nicht nur beim Festnetz kommt es zu Problemen mit Anbietern von Mehrwertdiensten, auch beim Mobilfunk ist laut Telekom mehr Verbraucherschutz notwendig. Bereits seit dem vergangenen Jahr sind Diensteanbieter daher verpflichtet, ihre Kunden klar und verständlich über die Konditionen zu informieren. Ein Abonnement soll nicht einfach durch einen Klick auf einen Werbebanner abschließbar sein. Dazu sei eine zweifache aktive Zustimmung des Kunden erforderlich. Verstößt ein Anbieter gegen diese Verpflichtungen, kann die Telekom ihrerseits den Abrechnungsvertrag kündigen.

Bereits in den kommenden Monaten soll aufgrund einer gemeinsamen Initiative der deutschen Mobilfunknetzbetreiber eine Plattform an den Start gehen, über die Diensteanbieter den Bestellprozess für Abonnements einheitlich abwickeln müssen. Für Kunden soll dies mehr Transparenz schaffen. "Durch das Verhalten einzelner schwarzer Schafe darf nicht eine ganze Branche in Verruf geraten. Dem schieben wir einen Riegel vor", betont van Damme.

Quelle: Onlinekosten.de

Ob die anderen Telefonunternehmen wie Vodafone, 1&1 usw. nachziehen, wird sich zeigen.

Kommentare:

  1. Ist wohl nur wieder eine Frage der Zeit, wann die Typen um Christian O., Faustus E., Georg M.-W. (der Anwalt) und Siegfried S. wieder eine neue Firma gründen und das Spielchen weitergeht.

    Also weiterhin Augen auf!

    AntwortenLöschen
  2. Die Firma gibt es anscheinend schon: co-ncept GmbH

    AntwortenLöschen
  3. In der Schweiz scheint das besser geregelt zu sein:

    "Anmerkung: Natürlich kann auch in der Schweiz automatisch abgebucht werden, per «LSV» – LastSchriftVerfahren. Das ist aber nur dann möglich, wenn der Kunde nach dem Auftrag an eine Firma seinen Willen nochmals handschriftlich bei der Bank bezeugt. Das heisst: Keine Chance für Drücker irgendwelcher Callcenter."

    Quelle:
    http://blog.buetikofer.net/2011/02/11/die-luck24-beim-wort-genommen/

    AntwortenLöschen