Und es begab sich in einer hessischen Kleinstadt namens Büttelborn, dass zwei Brüder die clevere Idee hatten, ganz schnell und ganz einfach ganz viel Kohle zu machen.
Man begann in der Dialer-Zeit und wechselte dann nach dem "Dialertod" umgehend das Geschäftsmodell.
Abo-Abzocke war angesagt. Der Kabarettist und Satiriker Dieter Lindemann konnte im wahrsten Sinne des Wortes mehrere Lieder über diese dreisten Brüder singen:
www.lindemann-gegen-schmidtlein.de
http://www.lindemann-gegen-schmidtlein.de/index-august2007.htm
Das Abounwesen der Brüder, die immer mehr User unfreiwillig in ihren "Memberbereich" (überall, wo "Memberbereich" draufsteht, stehen mutmaßlich die Brüder oder ihre Vasallen dahinter) schubsten, nahm ungeahnte Ausmaße an.
Als die Verbraucherzentralen nun dazu übergingen, die Schmidtleins mit Stufenklagen und Forderungen nach Gewinnabschöpfung zu überziehen, beschloß man in der Büttelborner Firmenzentrale, dass es so nicht weitergehen könne.
Das Redcio-GmbH-Rüsselsheim-Experiment lassen wir mal wegen Bedeutungslosigkeit außen vor.
Freund Michael aus Frankfurt wurde um Rat gefragt. Und der hatte entsprechende Tipps auf Lager: Warum immer mit dem eigenen ("guten" :lol:) Namen abzocken, wenn es hierfür durch die Einschaltung mehrerer Briefkastenfirmen und Scheinadressen ungeahnte Möglichkeiten gibt!
Und einen slowakischen Verwandten seiner Adam(s)c(h)as hielt er mit dem ungelernten Pizzabäcker Alexander Varin auch sofort bereit.
Man "gründete" die Content Services Ltd., die lediglich aus einem Briefkasten und einem leerstehenden Büroraum in der Mundenheimer Str. 70 in Mannheim-Rheinau bestand. Pizzabäcker Varin wurde zum Geschäftsführer ernannt.
Die Abzocken opendownload.de und softwaresammler.de wurden "erschaffen".
Bei Computerbetrug.de gab es zu diesen Projekten ca. 3.000 Postings und ca. 1,5 Millionen Klicks. Bei anderen bekannten Verbraucherschutzforen bewegten sich die Postings in ähnlicher Höhe:
http://forum.computerbetrug.de/allgemeines/54304-opendownload-de-neu-softwaresammler-de.html
forum.computerbetrug.de/allgemeines/55884-opendownload-de-softwaresammler-de-me-too-postings.html
Nun, selbst die Staatsanwaltschaft Mannheim fand heraus, dass die Drahtzieher wohl im Raum Darmstadt sitzen - die Ermittlungsakten wurden zuständigkeitshalber an die Staatsanwaltschaft Darmstadt überstellt.
Es wurde also offenbar Zeit, die nächste Firma zu gründen: Die Antassia GmbH mit Briefkasten und leerem Büroraum in der Mainzer Rhabanusstrasse 10. Wieder avancierte Alexander Varin zum "Geschäftsführer".
Abgezockt wird mit top-of-software.de - die Machart gleicht dem opendownload-softwaresammler-Beschiss wie ein Ei dem anderen.
Auch hier quillen die Foren über vor Beschwerden:
forum.computerbetrug.de/allgemeines/60620-einschuechterungsfalle-top-of-software-de-softwaresammler-de-antassia-110.html
Als Inkassobutzen eingebunden wurde der Leib- und Mageninkassoanwalt der Schmidtleins, der berühmt-berüchtigte Olaf Tank aus Osnabrück, bekannt als "Zierde des Anwaltsberufes".
Inzwischen berichteten mehrere TV-Sender, sowohl private als auch öffentlich-rechtliche, über die Brüder und ihre mannigfaltigen Projekte. Wie oft mussten Gesichter verpixelt und Stimmen nachgesprochen werden, wie oft stand man vor leeren Büros und Briefkästen (die lt. Hausbewohner nur nachts geleert werden).
Wie uns ehemalige Schmidtlein-Mitarbeiter informierten, ist es doch so einfach, die Verantwortlichen in ihrem Hauptsitz anzutreffen:
Die Geschäftsadresse lautet:
Nesosol GmbH, Sensfelderweg 26, 64293 Darmstadt – Klingel + Kamera sind im Hof, hinter der Autovermietung. Dort hat auch Antassia-Strohmann-“Geschäftsführer” Alexander Varin sein Büro.
"Geschäftsführerin" der Nesosol GmbH ist übrigens Annabella Odry, die Ehefrau von Andreas Schmidtlein.
Ob die vielen Reporter und TV-Redakteure mal dahin finden??? Eher wohl nein!